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Rhein-Zeitung vom 25. März 2008
Zeiten sind zweitrangig
Leichtathletik: Erpeler Osterlauf als Rutschpartie
144 Läufer boten bei der 33. Auflage des Osterlaufes
auf der Erpeler Ley Wind, Matsch und Schneeregen die Stirn.
Trotz der schlechten Streckenverhältnisse waren die Läufer
mit Spaß bei der Sache. Zeiten waren allerdings nebensächlich.

Finn Horn führt das Feld an -
noch zumindest. Der Zwölfjährige im Hasenkostüm
darf traditionell vor dem Hauptfeld beim Osterlauf auf der
Erpeler Ley starten. Im Ziel verteilte er dann ebenso traditionell
Ostereier an die Teilnehmer.
In diesem Jahr brauchte die Berufsgruppe der Osterhasen ein
besonders dickes Fell. Der diensthabende Kollege Langohr namens
Finn Horn, der bereits im dritten Jahr in Folge die Teilnehmer
des Erpeler Osterlaufes mit ihrem wohlverdienten Ei belohnte,
gönnte sich zudem noch ein paar warme Handschuhe: Es
zog mächtig auf dem 191 Meter hoch gelegenen Plateau,
das bei schönem Wetter mit seinen traumhaften Ausblick
auf Rhein und Siebengebirge ein großes Teilnehmerfeld
in luftige Höhen lockt. Bei der 33. Auflage erreichten
"nur" 144 Läufer aus 51 Vereinen nach 9450
Metern reichlich mit Matsch besprenkelt das Ziel.
"Viele Teilnehmer hatten sich zwar vorangemeldet, haben
sich aber wegen des erwarteten schlechten Wetters nicht auf
die Erpeler Ley getraut. Die Strecke war sehr nass und nicht
einfach zu laufen", begründete der Kassenwart des
TuS Erpel, Ernst Senk, der die Organisation in Abwesenheit
des Vorsitzenden Willi Hirzmann übernahm, die geringe
Teilnehmerzahl. Eine Absage hielten die Veranstalter nicht
für nötig: "Wir sind die Strecke am Morgen
abgegangen und haben daraufhin entschieden: Wir ziehen das
durch."
Ob das Fehlen der Vorjahressieger Max Ehlers und Birgit Lennartz
in der Angst vor nassen Füßen begründet war,
ist unwahrscheinlich. So hieß der Gewinner des Hauptlaufes
in diesem Jahr Ben Smolka (M 30) von Marathon Schwarzwasser.
Der aus Karlsruhe stammende Athlet siegte in einer Zeit von
34:48 Minuten. "Die Zeit ist für mich heute absolut
nebensächlich", räumte der 30-jährige
ein. "Diese krumme, matschige Strecke war sehr anspruchsvoll.
Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, weil es mal etwas
anderes war, als auf der Straße zu laufen." Die
Siegerin bei den Frauen, Melanie Eyl von der LSC Maischeid,
trotzte der rutschigen Piste und gewann in einer Zeit von
42:08 mit weitem Vorsprung vor Franziska Schneider (TV Niederbieber/
43:13). "Ich habe bereits im letzten Jahr beim Nikolauslauf
teilgenommen und bin gerne wieder hierher gekommen. Zwar konnte
man auf der Strecke nicht immer so überholen, wie man
wollte und manchmal war es richtig glatt aber die Zeit
hat für mich sowieso keine große Rolle gespielt",
erklärte die 26-Jährige. Mit Bestzeiten konnten
Valentin und Frederik Blass aus Rheinbreitbach bisher wenig
anfangen: die beiden zwölf und zehn Jahre alten Brüder
spielen normalerweise Basketball und Fußball. "Wir
sind durch Freunde auf den Osterlauf aufmerksam geworden und
wollten es mal versuchen." Mit einer Sekunde Unterschied
nahmen die beiden nach beachtlichen 44:25 und 44:26 Minuten
ihr Osterei von ihrem langohrigen Altersgenossen Finn Horn
in Empfang. Irgendwann möchte der Zwölfjährige
vielleicht auch die gesamte Strecke "mithoppeln"
aber im Moment spielt er lieber Badminton: in der warmen
Halle, ohne Handschuhe und ohne Hasenkostüm.
Text: Sonja Weber / Foto: Creativ
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