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Rhein-Zeitung vom 9. Dezember 2008
348 Teilnehmer erreichen Ziel in
Erpel
Leichtathletik: Bei der 45. Auflage des Nikolauslaufs
setzt der TuS erfolgreich auf technische Neuerungen
Organisatoren freuen sich über Zuspruch
348 Teilnehmer haben das Ziel beim 45. Nikolauslaufs
des TuS Erpel erreicht. Dabei drehte sich alles um siegreiche
Sportsmänner und -frauen aus NRW, einen alten Bekannten,
technische Neuerungen, einen guten Zweck und natürlich
um den Nikolaus.
Sieger mit Reiselust, langsame Nikoläuse, zwei Neuigkeiten
und eine waschechte Tradition - das alles hat die 45. Auflage
des St.-Nikolaus-Waldlaufs in Erpel geprägt. Von den
insgesamt 348 Zieleinläufern kamen die wenigsten aus
dem Kreis Neuwied, viele dagegen aus Nordrhein-Westfalen.
Und so wunderte es niemanden, dass auch der Sieger der Langstrecke,
Maciej Jerzy Miereczko vom TV Refrath (bei Bergisch Gladbach),
eine weite Anfahrt auf sich genommen hatte, um nach 31:24
Minuten Arbeit und 9450 Metern Fußweg ganz oben auf
dem Treppchen zu stehen.

Rund 350 Aktive gingen beim 45. Nikolauslauf
des TuS Erpel an den Start
Zweiter wurde Sascha Dee (SFD 75 Düsseldorf) in 31:46
Minuten vor seinem Vereinskameraden Julian Ziob (31:57 Minuten).
Auch die Siegerin der Lang- und Mittelstrecke hatte im Auto
reichlich Zeit, sich mental vorzubereiten: Ursula Gatzweiler,
Vorjahressiegerin vom ASV Köln, vertrat sich die Beine
beim Langstreckenlauf, den sie nach 36:37 Minuten als beste
Frau beendete, lief anschließend beim Mittelstreckenlauf
über 3150 Meter aus und ließ dabei die weibliche
Konkurrenz in 11:25 Minuten ein weiteres Mal hinter sich.
Vielleicht hatte sie aber auch nur den Nikolaus persönlich
treffen wollen. Der war nämlich beim Hauptlauf noch nicht
zu sehen, seine Dienstkleidung hing unberührt in der
Umkleide. Mit einiger Verspätung tauchte er dann doch
noch auf und verteilte die begehrten Weckmänner. Einige
Läufer zeigten sich mit dem verspäteten Rauschebart
solidarisch. Sie ließen die knapp zehn Kilometer gemütlich
angehen und kamen ebenfalls recht spät ins Ziel. Ob das
an ihrer weihnachtstypischen Kopfbedeckung lag?
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Spitzengruppe: Nicht
alle Teilnehmer bei der 45. Auflage des Nikolauslaufs,
den der TuS Erpel ausrichtete, waren so ehrgeizig, ganz
vorn mitmischen zu müssen. |
Der Himmel schien sich ebenfalls gegen den Weihnachtsmann
& Co. verschworen zu haben. Statt Winterfrost und Schnee
schickte Petrus Sonne und Temperaturen nah an der Zweistelligkeit.
"Aber das ist doch klasse: Das Wetter hat heute sicher
keine Läufer abgehalten", meinte Mitorganisator
Ernst Senk vom TuS Erpel. Der war ohnehin begeistert vom reibungslosen
Ablauf und dem guten Zuspruch.
Beides hätte zur Zitterpartie werden können, denn
es gab Neuerungen, die der TuS bei der 45. Auflage seines
Waldlaufes auf der Erpeler Ley eingeführt hatte. Zum
ersten Mal nahmen die Organisatoren die Zeiten auf elektronische
Weise. "Hat alles perfekt geklappt. Keine Ausfälle",
resümierte Senk. Und da schon kurz nach dem Lauf erste
Anregungen von Volkslauf-erfahrenen Teilnehmern aus Nachbarvereinen
per E-Mail eintrudelten, dürfen die Läufer nun gespannt
sein, welche technischen Finessen im nächsten Jahr hinzukommen
werden.
Die ordentliche Teilnehmerzahl von mehr als 350 Aktiven dürfte
indes nicht nur die Veranstalter gefreut haben, sondern auch
einen 26-jährigen Erpeler, der selbst ans Laufen derzeit
keinen Gedanken verschwendet. Ralf Monschau lag ein Jahr im
Wachkoma, jetzt kämpft er sich mühsam ins Leben
zurück. Alle Einnahmen des 45. Nikolauslaufs sollen ihm
zugute kommen, um seine weiteren Therapien und somit seine
Genesung zu unterstützen.
"Run for Ralf" prangte groß am Meldehäuschen.
Da mochte so mancher sein Startgeld umso lieber gezahlt haben.
Einer, der dagegen auch nach Jahrzehnten noch fit unterwegs
ist, heißt Herbert Dolate und läuft für die
LG Rhein-Wied. Zum 41. Mal rannte er auf der Erpeler Ley um
einen Weckmann, das ist einsamer Rekord. Als Dritter seiner
Altersklasse M 70 brauchte er für die Mittelstrecke 16:59
Minuten. Doch die Zeit ist wohl eher zweitrangig. Denn in
seinem Fall geht es beileibe um eine waschechte Tradition.
Text: Andrea Niebergall / Fotos:
Jörg Niebergall
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